Beispiel (Betrieb mit beidem): Ein Elektriker hat ein Büro in Darmstadt (Standort, Termine nach Vereinbarung) und arbeitet im Umkreis von 25 km (Servicegebiet). Wenn auf der Website nur „Darmstadt“ steht, verliert er Anfragen aus Weiterstadt und Griesheim, obwohl er dort regelmäßig tätig ist.
Warum reicht „regional“ nicht aus?
„Regional“ ist aus Sicht des Betriebs oft klar; aus Sicht eines potenziellen Kunden in einem anderen Kreis bedeutet es: wahrscheinlich nicht für mich. Niemand fragt nach. Niemand ruft an.
Typische Gedanken beim Leser:
- Meinen die wirklich meine Stadt?
- Kommen die in meinen Ortsteil?
- Ist das eine Stunde entfernt?
Je unschärfer die Angabe, desto mehr Reibung. Reibung bedeutet: weniger Anfragen, mehr Rückfragen, weniger Vertrauen.
Beispiel: Ein Reinigungsunternehmen schreibt „Rhein-Main-Gebiet“. Eine Verwalterin in Offenbach weiß nicht, ob das gilt. Ein Konkurrent schreibt „Offenbach, Frankfurt-Sachsenhausen, Dreieich“. Sie ruft den Konkurrenten an.
Wie nennen Sie Orte — ohne Listen‑Spam?
Konkrete Ortsangaben sind kein SEO‑Trick, sondern eine Serviceleistung: Sie helfen Menschen, schnell zu entscheiden, ob Sie für sie infrage kommen.
Ein ruhiges Muster:
- 1 Hauptort oder Hauptgebiet
- 2–5 typische Orte oder Ortsteile (wenn sinnvoll)
- Optional: ein kurzer Satz zur Grenze
Beispiele die funktionieren:
- „Wir arbeiten in Wiesbaden und Umgebung, häufig in Biebrich, Dotzheim und Schierstein.“
- „Unser Servicegebiet umfasst Mainz, Ingelheim und Bad Kreuznach.“
- „Showroom in Darmstadt. Montage in Darmstadt, Weiterstadt, Griesheim und Umgebung.“
Was Sie vermeiden sollten:
- Lange Ortslisten ohne Kontext wirken wie eine SEO‑Liste, nicht wie ein echter Betrieb
- Orte, die Sie in der Praxis nicht bedienen
- Wechselnde Angaben auf verschiedenen Kanälen
Beispiel für eine Liste, die nicht hilft: „Tätig in: Mainz, Wiesbaden, Ingelheim, Bingen, Rüdesheim, Gau‑Algesheim, Nieder‑Olm, Mombach, Kastel …“ Der Leser weiß danach immer noch nicht, ob er gemeint ist.
Wo gehört diese Information hin?
Auf der Website
Die Standort‑ und Servicegebietsangabe sollte dort sichtbar sein, wo Menschen entscheiden:
- Startseite — oben, sichtbar ohne Scrollen
- Kontaktseite — hier suchen viele aktiv nach der Adresse oder dem Gebiet
- Wichtigste Leistungsseite — damit klar ist, wo die Leistung erbracht wird
Es muss nicht überall stehen, aber es darf nicht versteckt sein oder nur im Footer auftauchen.
Im Google‑Profil (Google‑Unternehmensprofil)
Das Google‑Unternehmensprofil ist der öffentliche Eintrag eines Betriebs bei Google. Hier gilt:
- Adresse/Standort: korrekt eintragen, wenn Kund:innen Sie besuchen
- Servicegebiet: zum realen Alltag passend, nicht übertrieben groß
- Beschreibung und Leistungen: sollten dazu passen kein Widerspruch
Beispiel: Ein Elektriker trägt im Profil „Wiesbaden“ als Standort und „Wiesbaden, Mainz, Rheingau‑Taunus‑Kreis“ als Servicegebiet an. Wer nach „Elektriker Eltville“ sucht, sieht diesen Betrieb als relevantes Ergebnis, weil das Servicegebiet eindeutig angegeben ist.
Was passiert, wenn Website und Profil widersprüchlich sind?
Wenn die Website „Frankfurt“ schreibt und das Google‑Profil ein Servicegebiet von München bis Hamburg angibt, sieht Google widersprüchliche Signale. Das schwächt die Relevanz für lokale Suchen, auch wenn die Leistung an sich klar ist.
Der Grundsatz: Profil und Website sollten dieselbe Geschichte erzählen. Nicht identisch formuliert, aber in dieselbe Richtung zeigend.
Dieser Zusammenhang hängt direkt mit dem Distanz‑Faktor zusammen, einem der drei Faktoren hinter dem lokalen Ranking.
Mehr dazu: Relevanz, Distanz, Bekanntheit – Wie lokale Sichtbarkeit wirklich entsteht.